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Kirche womöglich jünger als gedacht



Am Eingang der Altenrüthener Kirche hängt eine Bronzetafel, die die Geschichte des Gotteshauses beschreibt. Ob die mitsamt der Geschichte der Pfarrkirche vielleicht umgeschrieben werden muss, fragten sich die Altenrüthener nun beim Heimatnachmittag. Besonders steht das Baujahr im Fokus.

Die Dozenten Pastor Bernd Götze und Heimatforscher Karl-Friedrich Hillesheim setzten die Informationsreihe über die Altenrüthener Kirche fort.

Pastor Bernd Götze war dazu noch während seiner Dienstzeit als Pfarrer durch die alten Gemäuer gegangen – und gekrochen – und hatte dabei im wahrsten Sinne des Wortes in dunkle und enge Ecken geleuchtet. So beginnt die Geschichte der Kirche den Aufzeichnungen nach im 9. Jahrhundert, als eine kleine karolingische Saalkirche im Bereich des heutigen Turmes errichtet wurde. In der Mitte des 11. Jahrhunderts fand eine deutliche Erweiterung statt, als ein romanisches Kirchenschiff mit flachen Decken östlich angebaut wurde. Sodann erfolgte der Abbruch der Saalkirche und der Bau eines Westwerkes, das im Wesentlichen noch heute besteht.

Das große Westwerk könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Kirche als Abteikirche geplant war, mutmaßte Götze. Dass es anders gekommen ist, könne auch politische Gründe gehabt haben. Ein Kloster hätte auch herrschaftliche Pflöcke eingerammt. Hinweise könnten Funde bei Ausgrabungen liefern.

Im 12. Jahrhundert wurden an den Turm und vermutlich auch an dem Kirchenschiff statt der flachen Decke Gewölbe gebaut und das Bauwerk um ein Geschoss aufgestockt. Das Untergeschoss musste auch aus statischen Gründen verändert werden. Massive statische Probleme und bauliche Mängel hat der damalige Architekt Nikolaus Tendel nach dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert protokolliert. Die Kirche wurde intakt gehalten – die Mauern aus Haarstein etwa mit Rüthener Grünsandstein verblendet. Sie ist keineswegs aus einem Guss. Einige Jahre später erfolgte ein kompletter Neubau des Kirchenschiffes. Ein fast identischer Bau findet sich 1752 kleiner und weniger aufwendig errichtet in Altengeseke. „Wahrscheinlich rührt die Umfunktionierung des Altenrüthener Turmuntergeschosses zur Rumpelkammer aus dieser Zeit“, sprach Götze Klartext.

Im 20. Jahrhundert wurde das Turmuntergeschoss renoviert und die barocke Umgestaltung teils beseitigt.

Der Frage nach dem Zeitpunkt der Erbauung des heutigen Kirchengebäudes ging dann Karl-Friedrich Hillesheim nach. Zunächst ließ er die zahlreichen Verfechter zu Wort kommen, welche die Meinung vertreten, dass der heutige Kirchenbau 1664 bis 1667 durch den Architekten Tendel errichtet wurde. Diese Auffassung wird auch auf der Bronzetafel am Eingang der Kirche dokumentiert. Dagegen steht die Position, dass der heutige Kirchbau erst 100 Jahre später errichtet wurde. Hillesheim wies anhand von Dokumenten aus dem Landesarchiv in Münster nach, dass die Kirche aufgrund von Baufälligkeit 1755 „von Grund auf“ neu erbaut werden musste. Sie wurde von Pastor Friedrich Kreilmann, dem späteren Abt von Kloster Grafschaft, nach dem Muster der Grafschafter Klosterkirche errichtet, die als die „schönste Kirche im Herzogtum Westfalen“ galt. Somit könnte die Pfarrkirche 100 Jahre jünger sein als gedacht.

Danach machte Hillesheim die prächtige Innenausstattung zum Thema – und dabei die große Monstranz von Altenrüthen, die derzeit im Stadtmuseum Belecke lagert. Von der Rückseite der Monstranz sagen viele, dass sie prächtiger gestaltet sei als bei manch anderen die Vorderseite. Der frühere Pfarrer Heinrich Kühle hatte diese Monstranz als ein Geschenk der Altenrüthener Kreuzbruderschaft eingeordnet. Auch hier kommt die Klärung aus dem Landesarchiv in Münster, wo Urkunden belegen, dass sie aus der Auflösung des Dominikanerklosters in Soest stammt und in Münster zwischen 1700 und 1738 gefertigt wurde.

Dorfgedächtnis
zum Jubelfest

Hillesheim entließ die Altenrüthener nicht ohne den Appell, beim Aufbau eines interaktiven Foto-, Film- und Textarchivs als Dorfgedächtnis mitzuwirken – gern auch in digitaler Form. Zu dem 950-jährigen Dorfjubiläum 2022 könne daraus ein Kirchenführer entstehen. Eine Ausstellung mit Bildern des Malers Alfons Heurich war eine weitere Idee.

Quelle: Marcus Kloer - derpatriot.de





Hier werden die Altenrüthener selbst zu Dorfstars



Drei lange Jahre musste das Altenrüthener Narrenvolk auf diese besondere und im Ort sogleich einzige groß zelebrierte Karnevalssitzung warten. Doch trotz allem erkannten in der Gemeindehalle die Moderatoren des Programms, Karo Müller und Christine Schirk, dass die Altenrüthener trotz der dreijährigen „Feierabstinenz“ immer noch den närrischen Frohsinn fest in ihrem Herzen tragen und ihn, beinahe auf Knopfdruck, vollends ausleben können. „Ich sehe, dass ihr es nicht verlernt habt, immer noch kräftig Helau zu rufen und abzufeiern“, stellten die beiden sichtlich erheiterten Ansagerinnen fest.

Und das war auch gut so. Denn an diesem Abend wimmelte es nur so von „Promis“ in der örtlichen Narrhalla, die eigens angereist waren, um es mit den Altenrüthener Narren richtig krachen zu lassen. „Stars und Sternchen 2019“, lautete schließlich das Motto, mit welchem die Veranstaltungsinitiatoren ein Stück weit „Glanz und Glamour“ in die knapp 500-Seelengemeinde holen wollten. Wenn auch letztlich nicht die Originale selbst, wie etwa Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier oder die Kultband Abba, in der Gemeindehalle auf der Bühne standen, so schlüpften dafür ein paar Altenrüthener Bürger schließlich in die Rolle der Musikstars und gaben – natürlich im typischen Dress dieser populären Menschen gehüllt – ihr gesangliches und choreografisches Talent zum Besten. Die Einlagen der Akteure rissen die gut 150 bunt kostümierten Närrinnen und Narren buchstäblich von ihren Sitzen, sodass sie letztlich mit in den Mittelpunkt der Veranstaltung rückten und demnach selbst als „Dorfstars“ fungierten.

Sketche, die mit einer ordentlichen Portion Lokalkolorit und wortwitzigen Dialogen auf die Bauchmuskeln von Klein und Groß drückten und tänzerische Darbietungen vieler Gruppen rahmten das vielfältige Programm ein. Als kleine Monster verkleidet, wirbelten dabei unter anderem die „Magic Girls“ über das Bühnenparkett. Begleitet von fetziger Musik führten die Sprösslinge aus Drewer einen Showauftritt mit eingebauten akrobatischen Szenen auf. Und mit einem schmissigen Gardetanz unterhielten zudem die in ihren prunkvollen Roben gekleideten jungen Damen aus Verlar die Menge. Dieses rauschende Karnevalsfest begeisterte die Altenrüthener nicht nur vollends, sondern trug einmal mehr auch dazu bei, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl im Ort offen zu bekunden.

Quelle: derpatriot.de


Auftritt mit viel Herz für Blasmusik



Mit dem zackigen Astronautenmarsch beginnt das Heeresmusikkorps aus Kassel am Mittwochabend sein Konzert in der Egerländer-Besetzung. 

Bei den weiteren Stücken an diesem Abend wie die „Erinnerung an Kaiserin Sissi“ und dem Walzer „Der Weg zurück“ zeigt er sein ganzes Können. Insgesamt 20 Märsche, Walzer und Polkas spielen die Musiker um Dirigent Jan Schröter in der vollbesetzten Halle. Beim Marsch „Er weicht der Sonne nicht“ schlägt das Herz der Freunde der Böhmischen Musik höher. Nach der „Böhmischen Heimat“ mit einem Klarinettensolo gestehen sich bei der „Böhmischen Liebe“ Diana Blume und Markus Klöppner mit tollem Gesang ihre Zuneigung. Die Liebe wird bei der Polka „Böhmisches Herzklopfen“ hörbar.

Mit dem „Mucke-Marsch“ geht es weiter, bei „Bass in the Ballroom“, einem angehauchten Tango, zeigt Hauptfeldwebel Mirco Jahreis mit einem Tuba-Solo sein musikalisches Talent an diesem Instrument. Mit dem „Maxglaner Zigeunermarsch“ entlassen die Musikanten die begeisterten Zuhörer schließlich in die Pause.

Der zweite Teil beginnt mit der Fanfare „Gänseblümchen“, in dem Konzertmarsch „Murzel und Purzel“ beweisen die Solisten Christian Schmidt und Stephan Reiner ihr Können mit einem Klarinettenduo. Seine Fähigkeiten zeigt das Orchester beim „Andulka-Marsch“, alle Spieler sind hierbei gefordert. „Den ‚Böhmischen Wind’ können nur wir nach Ernst Mosch so schön spielen“, sagt Dirigent Schröter stolz. In seinem Text mit der Passage „er wird noch wehen, wenn wir längst nicht mehr sind“ erinnerte Mosch an die Vergänglichkeit, allerdings in seiner ihm eigenen Art.


Passend zum Konzert spielen die Musikanten die Marschpolka „Stunden die man nie vergisst“ und zeigen ihr „Herz für Blasmusik“ auf musikalische Weise.

Die anschließende „Fein-schmeckerpolka“ hat ihren Namen verdient. Bei „Dem Land Tirol die Treue“ singen schließlich alle Zuhörer inbrünstig mit, der Text ist ein Versprechen an die Heimat in Erinnerung an den Freiheitskämpfer Andreas Hofer.

Mit „Bis bald auf Wiedersehen“ von Ernst Mosch, gesungen von Diana Blume und Markus Klöppner, kommen die Musikanten nicht von der Bühne. Die Zuhörer jubeln bei den ersten Klängen der Zugabe, dem „Böhmischen Traum“, ein Höhepunkt der Volksmusik. Am Ende hat das Publikum Gelegenheit bei „Auf der Vogelwiese“ noch einmal kräftig mitzusingen und den Musikanten mit viel Applaus zu danken.

Quelle: derpatriot.de


Pastors Krippe strotzt vor Details



Wer das Wohnzimmer von Stefan Gosmann betritt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auf einer Fläche von gut vier Quadratmetern hat der Pastor aus Altenrüthen eine riesige Krippe aufgebaut, die aus unzähligen Details und Figuren besteht. In dieser Woche besichtigen Kindergarten- und Kommunionkinder das imposante Werk. Und auch unsere Zeitung hat einen Blick in Gosmanns Wohnzimmer geworfen.

„Für viele ist Weihnachten ja jetzt vorbei, aber bei diesem Aufwand bleibt sie auf jeden Fall noch bis Lichtmess stehen“, sagt der Pastor mit Blick auf seine außergewöhnliche Krippe und lacht. Unzählige Stunden hat der 54-Jährige in das Werk gesteckt, welches in Naturfarben gehalten ist und vor großen und kleinen Elementen nur so strotzt.

Da sind nicht nur die Figuren vom Christuskind sowie Maria und Josef, da sind auch unzählige Hirten, Engel und Tiere, die filigran in der großen Landschaft aufgestellt worden sind. Beeindruckend sind vor allem die vielen Einzelheiten, die der Betrachter erst nach und nach entdeckt, wenn er sich an das große Ganze gewöhnt hat. Etwa ein Schild, das den Weg nach Bethlehem weist, ein Kind, welches mit seinem Hund spielt, ein Schwalbennest am Stall, ein Schaukelpferd für das Jesuskind, ein Igel und auch ein Maulwurf, der sich gerade aus dem Boden gräbt.

Dazu ein kleiner Brunnen, der in der Landschaft einen kleinen Fluss darstellt und vor sich hin plätschert. Über die gesamte Fläche sind zudem kleine Lichter verteilt, die die einzelnen biblischen Szenen, die Gosmann nachgestellt hat, stimmungsvoll ausleuchten, beispielsweise die Flucht nach Ägypten oder die Taufe des Herrn.

Seit gut 25 Jahren wächst die Krippensammlung immer weiter. „Wir hatten zu Hause immer eine Krippe“, sagt er. Zum 30. Geburtstag bekam er, damals noch in Brilon ansässig, von seiner Familie mit dem Christuskind, Maria und Josef schließlich seine eigene Krippe geschenkt. Die Eltern hatten die Figuren in einem Geschäft in Brilon gekauft. „Das Geschäft gibt es heute leider nicht mehr“, sagt Gosmann.


Nach seinem damaligen Geburtstag im Oktober kamen bereits zu Weihnachten mit einem Verkündigungsengel und einem Hirten die ersten weiteren Figuren hinzu. Gosmann sagt, seine erste Krippe habe damals noch ganz nüchtern ausgesehen. Ein kleiner Bogen oben drüber, unten ein wenig Moos, darauf die Figuren. Von dieser Nüchternheit ist heute nichts mehr zu sehen.

Ob durch Urlaubseinkäufe oder durch Geschenke von Freunden, Gosmanns Sammelsurium wuchs und wuchs. „Das hat alles so seine Geschichte“, sagt er. „Und wenn man die Krippe aufbaut, sind natürlich auch immer diese Erinnerungen da, wo man etwas her hat.“

Wie viele Objekte in seiner Krippe inzwischen stehen, weiß Gosmann selbst nicht so genau. „Ich habe mal versucht, sie zu zählen, aber irgendwann aufgegeben wegen der vielen Kleinteile.“ Klar ist: Die Krippe hat ein Vermögen gekostet. Der Pastor schätzt mehrere tausend Euro, genau weiß er es nicht. Viele Stunden hat er benötigt, um alles aufzubauen. „Ein Stück weit ist der Aufbau auch Meditation“.

Der ist dabei gut durchdacht: Zunächst muss der Weihnachtsbaum stehen, anschließend baut der Pastor vor dem Baum seine Krippe auf. Postiert ist die Landschaft auf mehreren Kartons und einem großen Brett, die unter Moos versteckt werden. Rundherum finden sich Wurzeln, die einst am Rhein angeschwemmt wurden. „Ein Freund vom Niederrhein hat sie mir besorgt“, sagt Gosmann. Gut versteckt sind auch die Stromkabel, die die Energie für die einzelnen Lichter liefern.

Wenn die Landschaft schließlich steht, stellt Gosmann die Figuren auf. Keine leichte Aufgabe, aber der Pastor weiß sich zu helfen: „Für die hinteren habe ich extra eine Greifzange.“ Die nutzte er auch am Sonntag, um die Figur des Christuskindes auszutauschen – von der hat er nämlich zwei Versionen. „Die Bibel sagt, als die Heiligen Drei Könige kamen, war das Kind zwei Jahre alt.“ Und so wurde aus dem Baby in Gosmanns Krippe kurzerhand ein sitzendes Kind.



Trotz ihrer gewaltigen Größe kann sich der Pastor gut vorstellen, dass seine Krippe in den nächsten Jahren noch weiter wächst. „Es findet sich immer irgendwie noch was.“ Denkbar sei beispielsweise eine Wüstenlandschaft an einer Ecke. „Und bis heute fehlt mir auch eine gescheite Kuh in der richtigen Größe“, sagt er und lacht.

Nach Lichtmess, also Anfang Februar, will Gosmann seine Krippe wieder einpacken, dann endet die Weihnachtszeit offiziell. Alles wird in Kartons verpackt und kommt auf den Dachboden und in eine Abstellkammer des Pfarrhauses, in dem er wohnt. „Das Abbauen geht auf jeden Fall zügiger, ich muss ja nicht mehr überlegen, welche Figur wohin kommt.“

Besichtigung

Zu einem sogenannten Weggottesdienst am Donnerstag, 10. Januar, kommen die Kommunionkinder aus Rüthen und den Dörfern um 16 Uhr in der Kirche in Altenrüthen zusammen. Anschließend besichtigen sie die Krippe von Pastor Gosmann im Pfarrhaus.

Quelle: derpatriot.de - Marcel Mund



Schützen diskutieren Stiftungsgründung

 

Wenn der Stadt das Geld fehlt, werden die Altenrüthener eben selbst aktiv: Die Einwohner denken darüber nach, eine eigene Stiftung zu gründen, um Geld zu sammeln – vor allem als Eigenkapital für den geplanten Umbau ihrer sanierungsbedürftigen Gemeindehalle, aber auch für weitere gemeinnützige Zwecke. Darum ging es jetzt auch in einer Generalversammlung des örtlichen Schützenvereins.

Spielgeräte, Dorfgemeinschaftshaus und eventuell gar der Ankauf von Immobilien, die ins Eigentum fließen könnten, nannte Daniel Schirk, Geschäftsführer des Schützenvereins, mögliche Investitionen der Stiftung. Die Gründung einer solchen diskutierten die Schützen am Samstagabend im Speisesaal ihrer Gemeindehalle. Zu bedenken sei aber auch die Verfügbarkeit des Geldes, schüttet eine Stiftung üblicherweise nur die Erträge aus. Deshalb könne ein Crowdfunding eine ergänzende Alternative sein. Dazu möchte sich die Dorfgemeinschaft, zu der auch viele Schützen gehören, in nächster Zeit schlau machen.

Auch bei ihren Regularien blickten die Schützen in die Zeit. Schirk waren – neben dem eigenen Schützenfest – besonders die Briloner Schnade, das Kreisschützenfest und das von den Schützen organisierte Oktoberfest in guter Erinnerung. Im Ausblick freuen sich die Schützen auf das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Kassel am 20. Februar in der Gemeindehalle.

Erstmals ein Orden für 80 Jahre Vereinstreue

Danach wartet Freude und Arbeit auf den Verein, wenn am 29. März eine Versammlung des Kreisschützenbundes mit rund 500 Schützen in Altenrüthen stattfindet.

Das heimische Hochfest wird vom 29. bis 31. Mai gefeiert. Dafür müssen die Schützen noch einen neuen Orden entwerfen, denn einen Jubilar wie Josef Ratte hatten sie bisher noch nicht: Er ist seit 80 Jahren Vereinsmitglied. Auf 60-jährige Mitgliedschaft blicken Kurt Krause und Reinhard Müller. Elisabeth Hartmann ist 40-jährige Jubelkönigin, vor 25 Jahren regierten Barbara und Heinrich Beukmann.

Weitere Termine: Dorfaufräumen ist am 13. April und am 9. November, am 6. Juli ist im Ort ein Sommerfest aller Vereine geplant.

Vorsitzender Klaus Müller hatte eingangs die Schützen und Ehrengäste begrüßt. Nach dem Kassenbericht von Torsten Reiter leitete er die Wahlen, bei denen Oberst Ralf Schulte-Steffens einstimmig wiedergewählt wurde. Das Amt des Adjutanten übernimmt Niclas Rodehüser von Mark Wiegelmann. Auch Reitkenntnisse sind dafür von Nöten, führt der Adjutant doch den Festumzug in Altenrüthen hoch zu Pferde an. Diese seltene Tradition soll fortgeführt werden.

Wiedergewählt wurde Leutnant Jan Laube. Schießoffizier Christoph Adams kandidierte nach vielen Jahren nicht mehr und schlug Ingo Wittig als seinen Nachfolger vor, die Versammlung folgte dem einstimmig. So waren auf dem Beisitzerposten die Positionen von Niclas Rodehüser und Ingo Wittig freigeworden, ihre Nachfolger sind Niklas Adams und Christoph Eigemeier, Erik Fechner wurde als Beisitzer bestätigt.

Die Männerfahne tragen weiterhin Wolfgang Radin, Christian Müller und Marco Friedrich, die drei wünschen sich aber eine neue Koppel. An der Jungschützenfahne wurden Alexander Radin, Joel Plesser und Frank Beukmann bestätigt. Die Ehrenfahne tragen Andre Lips und Walter Falkner nach dem Ausscheiden von Jan Schrewe künftig mit Bernd Becker. Ein Bericht über die Ehrungen vom Pokalschießen folgt. 

Quelle: derpatriot.de - Marcus Kloer


Altenrüthener Landbierbrauerei zieht nach Drewer und vergrößert sich

Altenrüthen Seit beinahe 25 Jahren schon braut Marko Lisicin-Jezerac in seiner kleinen aber feinen Brauerei im überschaubaren 500 Seelendorf Altenrüthen sein Landbier. Jetzt soll das Geschäft wieder in Schwung kommen: Mit mehr Platz am neuen Standort Drewer und frischen, hippen und hochwertigen Biersorten.

„Hier herrscht grad ganz schönes Chaos“, entschuldigt sich Brauereibesitzer Marko Lisicin-Jezerac beim Betreten des rund 80 Quadratmeter kleinen Produktionsraumes, wo Brauereiutensilien und Flaschen auf ihren Einsatz warten.

Der Hopfenliebhaber hat sein Hobby zum Beruf gemacht. 1991 hat er das gesamte Gebäude an der Altenrüthener Straße sowie die angrenzenden Gaststätte gekauft. 1994 wurde der ehemalige Stall des Gebäudes zur Produktionsstätte umfunktioniert. Seither werden dort Hopfen und Malz verarbeitet.

Das Obergeschoss konnte als Veranstaltungssaal vermietet werden, jedoch wuchsen dem Brauereiinhaber im Jahr 2009 die Kosten über den Kopf. „Die Standortwahl ist einfach etwas kritisch. Altenrüthen ist mit seinen knapp 500 Einwohnern sehr klein. Dazu kamen die damaligen Ausgaben und führten dazu, dass ich Insolvenz anmelden musste,“ erzählt Lisicin-Jezerac.

Der Rückschlag hat aber seiner Leidenschaft keinen Abbruch getan. Seit 2009 pachtet Lisicin-Jezeracs Schwiegervater die Produktionsstätte und ist auch Inhaber. Durch harte Arbeit und „ganz viel Herzblut“ konnte das Geschäft weitergeführt werden, so Lisicin-Jezerac.

Auch einige Verbesserungen an dem Produkt selber wurden vorgenommen. Als Beispiel führt der Braumeister die Haltbarkeitserweiterung an. „Selbstgebrautes Landbier hält sich nicht so lange wie andere Biere. Durch Filtration und Pasteurisierung hält sich unser Bier jetzt auch bis zu drei Monate.“

Mit dem Umzug nach Drewer will Lisicin-Jezerac auch wieder selber Inhaber werden und nicht nur sein Sortiment vergrößern, sondern auch seine Räumlichkeiten.

Die neue Brauerei soll auf rund 600 Quadratmetern Fläche in der alten Molkerei in der Dreweraner Milchstraße entstehen. Damit füllt sie den Leerstand des ehemaligen Geschäfts von Schrauben Köhne. Noch wartet Lisicin-Jezerac allerdings auf die Genehmigung der Kreisbaubehörde.

Bald gibt’s auch Craftbier

Die Sortimentserweiterung allerdings soll schon in der zweiten Januarwoche an den Start gehen: Neben hellem, dunklem und schwarzem Bier soll es neuerdings auch vier Sorten Craftbier geben. „Ich warte nur noch auf meine Etiketten, die Produktion läuft schon“, berichtet der Bierliebhaber freudig. Im Angebot sind bald ein Starkbier, ein herbes Pils, ein Schwarzbier und ein Landbier mit neuen Rezepturen – allesamt versehen mit hippen Namen wie „Indian Summer“.

Damit, bestätigt Lisicin-Jezerac auf Nachfrage, will er seinen Kundenkreis erweitern. Craftbier liegt im Trend. Aber es ist ihm auch ein Herzensanliegen: „Ich fand es schon immer schade, dass das Prestige der Biere bei den deutschen Kunden nicht so ankommt wie beim Wein“, moniert er. Schuld seien die Großbrauereien mit ihrer Massenware.

„Mit Craftbieren sollen die Leute verinnerlichen, dass man auch wertvolles Bier im höheren Preissegment brauen kann.“ Darüber hinaus kooperiert Lisicin-Jezerac mit der Sauerländer Edelbrennerei aus Kallenhardt: Dort wird das in Altenrüthen gebraute Rabenbräu vertrieben, der Künstler Otmar Alt hat das Logo entworfen.

„Durch den Standortwechsel erhoffe ich mir, an die Glanzzeiten aus dem Jahre 2005 anzuknüpfen. In diesem Jahr hatten wir einen Ausstoß von 500 Hektolitern“, erzählt Lisicin-Jezerac stolz.

Wann es genau soweit ist, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird er Mitte des kommenden Jahres umziehen, so Lisicin-Jezerac. Was der Vermieter mit der dann leerstehenden Brauerei machen möchte, weiß er nicht.

Quelle: derpatriot.de - Birte Schönhense