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Ehrenamt sei Dank: Dörfer tun etwas für junge Familien

Serie Mit Fördergeldern und Spenden möbeln Ortsteile im Sommer Spielplätze und Co. auf – darunter Langenstraße

Von Birte Schönhense

Langenstraße-Heddinghausen – Ein kleines Heer aus Kinderwagen und Buggys zog am 1. Mai durchs Doppeldorf. Ja, stünde man heute vor der Entscheidung – der Kindergarten „Lummerland“ in Langenstraße bliebe wohl geöffnet, sagt Ortsvorsteher Antonius Wilmesmeier. Aber auch so wollte der Ort etwas für die jungen Familien tun, die sich in Langenstraße und Heddinghausen angesiedelt und besonders viele Kleinkinder hervorgebracht haben.

Also wird nun der Spielplatz, der noch vom Kindergarten übrig ist, aufgewertet. Bis September will der Ort zahlreiche neue Spielgeräte aufgestellt haben – denn das Fördergeld ist zugesagt (s. Infokasten). Zu Rutsche, Klettergerüst und Schaukel gesellt sich dann einiges dazu. So weicht etwa der zweite Sandkasten einem richtig großen Erdtrampolin. Auf einer Sprungfläche von 2,40 mal 2,40 Meter und einer Gummimatten-Umrandung können gleich mehrere Springmäuse gefahrlos hüpfen. Dazu gesellt sich eine Tischtennisplatte, ein Wipptier für die Kleinen und eine Stehwippe für mehrere größere Kinder. Auf dem Bolzplatz im hinteren Bereich findet eine 28 Meter lange Seilbahn Platz. Insgesamt kostet das Projekt rund 19 000 Euro.

Dabei packen die Doppeldörfler mit an – müssen es sogar. Die Firma lässt ihnen die Wahl: Entweder findet der Aufbau unter der Woche statt oder – deutlich teurer – am Wochenende, wenn alle frei haben. Zum Glück, freut sich Wilmesmeier, gibt es rührige Rentner im Ort, die ihren Arbeitseinsatz unter der Woche schon zugesagt haben. Ob’s im Juli oder im August was wird, weiß der Ortsvorsteher noch nicht. Fest steht aber: Sobald das Geld da ist, geht’s los. Vorgabe ist, dass bis Ende des Jahres alles fertig sein muss. Im September will der Ort eine kleine Eröffnungsfeier schmeißen.

Der Spielplatz ist der einzige im ganzen Doppeldorf und bedeutet den Einwohnern dementsprechend viel. Bei gutem Wetter ist an den Nachmittagen einiges los. Am Maifeiertag etwa haben all die zahlreichen Kinder und ihre Eltern hier gefrühstückt und sind sodann zu einer Wanderung durchs Dorf aufgebrochen. Der Anblick freut den Ortsvorsteher. Aber für all die Jungen, die hier eine Familie gründen, „muss man auch was tun“, findet Wilmesmeier. Und den Kindergarten gibt’s wohl nicht zurück. Der Schützenverein habe sich damals, als 2013 das „Lummerland“ geschlossen wurde, für den Erhalt des Gebäudes stark gemacht. Nun lagern vereinseigene Utensilien wie Grills oder Theaterbühnen dort. Ansonsten ist das Haus menschenleer. Aber zumindest vor der Tür wird auch zukünftig Kinderlachen erschallen.

Auf den Dörfern tut sich diesen Sommer viel

Es gibt frisches Fördergeld – von Bund und Land, aber auch von der Stadt. Die Dörfer müssen nur etwas dafür tun. Und viele sind rege und können diesen Sommer ernten, was sie mit ehrenamtlichem Engagement gesät haben. Darunter drei Projekte, die über das sogenannte Regionalbudgetgefördert werden. Dazu zählen der Spielplatz in Langenstraße, ein digitales Dorfarchiv in Altenrüthen und die Ehrenmalsanierung in Meiste. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat die Kofinanzierung beschlossen: Jedes Projekt bekommt 4000 Euro. Nun gab’s auch grünes Licht vom heimischen Leader-Verband 5erVerbund. Das Geld für die Regionalbudget-Projekte kommt auf jeden Fall – nun ist nur noch fraglich, welche Orte von der ersten Ausschüttung im Juli und welche erst in der zweiten Runde im August profitieren.

Aber auch übers Regionalbudget hinaus tut sich einiges. Einige Ortsteile haben nämlich beträchtlich viele Spenden gesammelt, um ihre Ideen für dorfeigene Spielplätze zu verwirklichen. Den Rest tut nun die Stadt dazu. Als nächstes gibt’s Geld für Hoinkhausen und Menzel. Alle dorfeigenen Initiativen und Projekte stellt unsere Zeitung in den nächsten Tagen und Wochen in einer Serie vor.