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Neuer Pastoraler Raum: "Wie bei einer Hochzeit"



Sieben Pastöre, knapp 30 Fahnen, über 60 Messdiener und mehr als 600 Besucher aus 25 Orten: Zum großen Festgottesdienst zur Errichtung des Pastoralen Raums Anröchte-Rüthen hat das Pfarrteam richtig aufgefahren.

Altenrüthen – Puh, ist das warm! Während an der Kaffeetafel in der Schützenhalle in Altenrüthen schon gut was los ist, trudeln immer mehr Gläubige ein – und die sind ganz schön verschwitzt. Sie sind nämlich gepilgert: von ihrem Heimatort in einer Sternwanderung in die Mitte des Pastoralen Raums – und das bei der Hitze.

„Alle, die hier sind, haben sich ihren Platz im Himmel verdient“, sagt Pfarrer Waldemar Kolotzek in der Messe. Aber die Sternwallfahrer, die hätten sich die besten Plätze verdient. Gerade sind die vielen Stühle, die die Altenrüthener gestellt hatten, aber noch leer: Bevor’s nämlich ans Eingemachte geht, bleibt noch genug Zeit für eine Stärkung. Dass 400 Stühle wenig später aber gar nicht ausreichen, das haut das Pastorale Team vom Hocker.

Dann geht’s los. Wochenlang hat das Organisationsteam vorbereitet, in 160 Stunden Eigenleistung haben die Altenrüthener ihre Halle aufgehübscht und alle zusammen haben ganz viel Liebe ins Detail gesteckt, um das erste große Fest der beiden ehemaligen Pastoralverbunde, die nun auf dem Weg zu einer Einheit sind, möglichst schön zu gestaltet. Und mit Pauken und Trompeten legt der Instrumentalverein Harmonie Altenrüthen los und Fahnenabordnungen, Messdiener und Pastöre ziehen gemeinsam ein.

Für jedes Dorf ein Holzstück

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, das wurde schon in der kleinen Andacht vor den Sternwanderungen zitiert – und dieser Anfang ist wirklich ganz zauberhaft.

Gemeinsam mit den Pastören Stefan Gosmann, Norbert Tentrup, Theobald Wiechers und Heinrich Wieczorek, Vikar Johannes Sanders und dem stellvertretenden Dechant Markus Gudermann zelebriert Kolotzek die Messe, für die sich das Organisationsteam richtig was einfallen lassen hat: Um zu visualisieren, dass die kleinen Orte zu einem großen Ganzen werden, haben die Pfarrgemeinderäte jedes Dörfchens ein Holzstück in der Form des Ortes gestaltet – ganz kreativ, mal bunt, mal schlichter – die sie zusammensetzen.

25 Orte sind es mit „mehr Heiligen als in der Allerheiligenlitanei“, wie Kolotzek schmunzelt. Ganz besonders schön sind aber auch die Lieder, die Laureen Köster, begleitet von Victoria Köster an der Gitarre, singt.

Ein bisschen ist es so wie bei einer Hochzeit, findet Markus Gudermann: „Zwei tun sich zusammen und versprechen sich, in guten und bösen Tagen beieinander zu bleiben“, sagt der Dechant und erntet ein erschrockenes, aber belustigtes Raunen, als er erklärt, dass sich die beiden alten Pastoralverbunde lieben, achten und ehren, bis dass der Tod sie scheidet.

Aus Vernunftsehe soll Liebesehe werden

Es ist eben eine Vernunftehe, die sich hier schließt, das weiß auch Gudermann. Aber, so sagt er, er wünsche sich und Anröchte und Rüthen, dass aus der Vernunftehe eine Liebesehe wird.

Damit das möglichst gut klappt, hat er sogar einen ganz dicken Ordner für die Steuerungsgruppe im Gepäck, in dem lauter nützliche Dinge stehen. „In Warstein haben wir, glaube ich, noch gar nicht reingeguckt“, gibt er aber auch lachend zu.

Unterstützung gibt’s aber auch vom Dekanat, verspricht Silke Gerken. Klar, ein bisschen wird’s noch dauern, bis aus dem Pastoralen Raum wirklich eine Einheit wird, weiß Pfarrer Kolotzek, aber er ist sich trotzdem ganz sicher, dass das funktioniert – und zum Schluss, da lädt er auch schon zur silbernen Jubiläumsfeier ein.