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Initiativen



Lösung gesucht für Zukunft der Gemeindehalle



Die Gemeindehalle in Altenrüthen ist ein Sanierungsfall. Damit sie eine Zukunft hat, wird ihr Umbau zum Dorftreffpunkt mit Ikek-Geld angestrebt.

Sportverein, Musikverein, Dorfgemeinschaft und kfd – sie alle nutzen mehr oder weniger die Altenrüthener Gemeindehalle. Vor allem aber ist sie für den Schützenverein als Veranstaltungsort das Herzstück seines jährlichen Schützenfestes. Nur ist dieses Herz krank. Der hintere, große Teil der Halle ist ein Sanierungsfall.

So ist der aktuelle Zustand

Ortsvorsteher Claus Wiegelmann-Marx nutzte die Mitgliederversammlung des Schützenvereins, um die Situation des Gebäudes, das der Stadt gehört, darzustellen. Eingangsbereich und Speiseraum hatten die Schützen mit viel Eigenleistung – und finanzieller Unterstützung der Stadt – vor einigen Jahren renoviert, vor allem unter Gesichtspunkten des Schallschutzes. 
Die Lage im hinteren, großen Teil der Halle ist dagegen weiter ungemütlich: Die Fenster sind einfach verglast, die Mauern nicht isoliert, das Dach undicht. Und das ist laut des Ortsvorstehers auch kein Wunder: Seit 1974 sei an dem Gebäude außer eines Innenanstrichs nicht viel gemacht worden. „In zehn Jahren ist die Halle nicht mehr nutzbar“, fasste er zusammen.“

Meinungsbildung bei Dorfversammlung

Das Bauwerk soll fit für die Zukunft gemacht und zum zentralen Treffpunkt für alle Dorfbewohner umgestaltet werden. Von Schützenfest bis Beerdigungskaffee – so umriss der Ortsvorsteher die Bandbreite der Nutzungen. Der Dorfverein, dessen Vorsitzender er ist, würde dafür sogar sein Dorfgemeinschaftshaus in der Braustube aufgeben. „Es gibt Überlegungen, die Halle zum Dorfgemeinschaftszentrum umzubauen mit Geldern aus dem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept“, erklärte der Ortsvorsteher. Zu 67,5 Prozent werden Kosten von Maßnahmen gefördert, die den Sprung in das Konzept schaffen. Wiegelmann-Marx berichtete von positiver Resonanz bei Stadtverwaltung und Politik. „Die Vorzeichen stehen gar nicht so schlecht“, urteilte er und fügte an: „Wir in Altenrüthen können das nicht bezahlen.“ Konkrete Planungen gibt es noch nicht, auch ein Architekt ist noch nicht hinzugezogen worden. „Wir wollen keine Kosten produzieren, so lange es keine Förderzusage gibt“, erläuterte Claus Wiegelmann-Marx.

Das sagen die Schützen

Nicht möglich sei dem Schützenverein, sich finanziell an Renovierung und Umbau der Gemeindehalle zu beteiligen, erklärte Vorsitzender Klaus Müller. Arbeitsleistungen und Mietzahlungen warf er stattdessen in die Waagschale. Dem Vorstand aber sei klar: „Die Halle muss für alle erhalten werden.“ Zuversichtlich zeigte sich Bernhard Adams, dass dies gelingen werde. „Es hat immer funktioniert, wenn wir sagen, wir machen etwas.“ Eines aber müsse geklärt werden, bevor auch nur ein Euro fließe, nur ein Handschlag getan werde: Die Lärmbelästigung der Anlieger und ob die Halle daher überhaupt wie geplant nutzbar sei. Hier haben die Altenrüthener leidvolle Erfahrungen gesammelt.

Aus dem Vereinsleben

Im Mittelpunkt des offiziellen Programms standen Wahlen zum Vorstand des Schützenvereins. Bestätigt wurden: Klaus Müller (Vorsitzender), Torsten Reiter (Kassierer), Thomas Henne (Leutnant), Mark Wiegelmann (Adjutant), Erik Fechner, Ingo Wittig und Michael Bentler (Beisitzer) sowie Wolfgang Radin, Christian Müller und Michael Pajkic (Männerfahnenabordnung). Die Abordnung an der Ehrenfahne bilden wie bisher Andre Lips und Walter Falkner sowie Jan Schrewe (für Hartmut Modes). Komplett neu besetzt wurde die Fahnenabordnung der Jungschützen mit Jan Laube, Joel Plesser und Frank Beukmann. Sie lösen Christoph Eigemeier, Niklas Rodehüser und Maximilian Prinz ab. Beschlossen wurden Satzungsänderungen, um das Amt des Geschäftsführers, 2016 auf Beschluss der Versammlung neu geschaffen, zu verankern. Außerdem wird Mitgliedern künftig erst zum 70. Geburtstag persönlich gratuliert.




Sonderpreise für Altenrüthen



Hirschberg jubelt über den Sieg beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, Langenstraße-Heddinghausen freut sich über den 3. Platz. Aber auch Altenrüthen und Oestereiden bekamen Sonderpreise, weil sie die Kommission überzeugten. Hirschberg blickt bereits nach vorne.

Als der Namen „Störmede“ fiel, jubelten nicht vorrangig die Vertreter des Geseker Stadtteils, sondern vor allem eine Delegation aus dem Süden des Kreises: Hirschberg hat es geschafft, hat den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen.

In der Schützenhalle des Schützenvereins Mellrich-Waltringhausen waren Vertreter aller 34 Dörfer vertreten, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Kommission, die an zehn Tagen alle Orte bereits hat, die Entwicklung bewertet hat. „Nicht das äußere Erscheinungsbild ist von Bedeutung“, betonte Rolf Meiberg als Kommissionsvorsitzender; es gehe mehr um den Lebenswert vor Ort, „das ist eher ein Wettbewerb nach innen.“ Und es habe sich gezeigt, dass in den Dörfern vieles selbst gemacht werde, was die Dorfgemeinschafts stärke – das gebe es in den Städten nicht. Und – unabhängig von der Platzierung: „Die Herausforderung Zukunft haben sie alle gemeistert!“ Vor allem dank des außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements, „das hat uns in Staunen versetzt“. Beispielhaft erwähnte Meiberg dabei das Engagement der Bürger Langenstraßes und Heddinghausens, die erst ihr Dorfgemeinschaftshaus, anschließend die Schützenhalle in Eigenleistung errichteten.

Zukunft ist da, wo Leben ist

Langenstraße-Heddinghausen sicherte sich den 3. Platz bei den "Kleinen".Foto: Manfred Böckmann
Meiberg: „Zukunft ist da, wo Leben ist. Wir haben 34 lebendige Dörfer erlebt. Unsere Dörfer haben Zukunft, da muss uns nicht bange sein.“ Nicht zuletzt dank der „größten Bürgerbewegung im Kreis Soest“, wie Landrätin Eva Irrgang den Kreiswettbewerb bezeichnete. Dieser sei „längst eine feste Größe“, betonte auch Mellrichs Ortsvorsteher Franz Grae-Budde.

Doch statt auf lange Reden (sowie Szenen aus dem Sternen-Musical des Spatzen- und Kinderchores der Musikschule Anröchte sowie der Swing Gang „light“) warteten die Dörfer mehr auf die Ergebnisse.

Oestereiden gewann Rang 4 und Sonderpreise.Foto: Manfred Böckmann
Unter den Dörfern wurden aus der Region Altenrüthen und Oestereiden mit 4. Plätzen ausgezeichnet. Altenrüthen erhielt zudem einen Sonderpreis (500 Euro) für beispielhafte Integration durch das Krabbelgruppen-Angebot insbesondere für Neubürger, Oestereiden (500 Euro) für viele generationsübergreifende Angebote und Aktivitäten. Beide Orte bekamen außerdem je 300 Euro für ihre nachahmenswerte Präsentation.

Rebbeke Sieger bei „Kleinen“
Über Platz 3 bei den kleinen Orten (unter 800 Einwohner) freut sich Langenstraße, der mit einem Preisgeld in Höhe von 1200 Euro verbunden ist. Dort gewann Kirchwelver (Welver) vor Mettinghausen-Niederdedinghausen-Rebbeke (Lippstadt).


Frisches Altenrüthener für die Komission




Auch die Altenrüthener nutzten ihre Chance beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, um sich und ihren Ort von der schönsten Seite zu zeigen. Am Mittwoch war die Bewertungskommission zu Gast. Einer der Höhepunkte war die Fahrt mit dem Munga.

Den Abschluss des Rundgangs ließen sich die Altenrüthener nicht nehmen. Selbstverständlich gab es für die Mitglieder der Kommission „Unser Dorf hat Zukunft“ ein frisch gezapftes dunkles Altenrüthener Bier. „Dann ist für uns jetzt schon mal 18 Uhr“, scherzte Rolf Meiberg als Vorsitzender der Gruppe.

Die Altenrüthener präsentierten ihr Dorf als liebenswert, eingebettet in die Natur, als „Tor zum Sauerland“, wie Ortsvorsteher Wiegelmann-Marx zur Begrüßung meinte – und anschließend beim Blick ins Möhnetal auch noch einmal ausdrücklich belegte.

510 Einwohner hat der Ort, der älteste wird bald 93 Jahre alt, der jüngste Nachwuchs ist gerade zwei Wochen jung. „Junge Menschen bleiben vor Ort, weil sie sich wohl fühlen“, erläuterte Wiegelmann-Marx und nutzte zusammen mit anderen Bewohnern wiederholt die Gelegenheit, zu zeigen, dass Altenrüthen lebenswert ist – und warum.

Da ist etwa die Schützenhütte, die gebaut wurde, nachdem die Schützen ihr Fest in der Gemeindehalle verlegt hatten. Längst finden dort viele Feiern statt, das Gebäude wurde schon erweitert.

Zum Breitensportverein gewandelt

Der Sportverein, erläuterte Hartmut Modes, habe sich vom Fußball- zum Breitensportverein gewandelt: „Vor acht Jahren fehlten im Fußball die Nachwuchsstars“. Stattdessen finden inzwischen viele Kurse in der Gemeindehalle statt (Modes: „Wir waren einer der ersten bei Zumba“). Der „steinige Weg“ habe sich gelohnt, man habe jetzt 20 Prozent mehr Mitglieder, sei „Bindeglied zwischen den Generationen und Teil der dörflichen Struktur“.

Dazu gehörten auch die Windräder; 1996 sei der Windpark ausgewiesen worden, dozierte Julia Wiegelmann-Marx, mit 3 MW Leistung könnten 1500 Haushalte versorgt werden. Inzwischen sei die erste Anlage modernisiert worden. Und auch die Photovoltaik-Anlagen könnten 75 Prozent des dörfliche Strombedarfs liefern.

Peter Eigemeier informierte nicht nur über den Munga-Club („wir sind deutschlandweit bekannt“), sondern ließ die Kommission auch einsteigen – mit den alten Militärfahrzeugen ging es zum Osterfeuerplatz, wo der Kindergarten zeigte, dass er zu Recht „Haus der kleinen Forscher“ genannt wird.

Nach einer Stippvisite an der Gemeindehalle, die mit vielen Stunden Eigenleistung lärmschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht worden war, stellte sich auf dem Hof Schirk nicht nur die Krabbelgruppe, sondern zugleich auch ein Haus mit vier Generationen vor.

Der Abschluss fand (nach einem Besuch im Probenraum des Instrumentalvereins „Harmonie“) an der „Braustube“ statt, wo die Altenrüthener betonten, wie froh sie seien, dass das Gebäude in der Dorfmitte nicht mehr leer stehe – und so sogar der Kommunikationsmittelpunkt zurückgekehrt sei.

Manfred Böckmann - derwesten.de
 


Windkraft und erneuerbare Energien in Altenrüthen



Durch das sogenannte Repowering wurde in der Altenrüthener Feldflur eine alte Windkraftanlage durch eine neue, größere und leistungsstärkere Anlage ersetzt. Die baulichen Dimensionen sowie die möglichen Folgen für die heimische Umwelt und Bevölkerung riefen Diskussionen zwischen unserer Gemeinde, der Stadt Rüthen sowie dem Kreis Soest hervor. Auf dieser Seite finden sie die dazu veröffentlichten Artikel aus der örtlichen Presse und sonstigen Medien.


Für Windräder ist 150 Meter das Maximum

Für erhebliche Unruhe hatte in Altenrüthen im vergangenen Jahr der Bau eines 150 Meter hohen Windrades im Zuge des so genannten Repowerings gesorgt. Mit diesen 150 Metern ist im Windpark Altenrüthen-Drewer jetzt aber der Gipfel erreicht. Werden weitere kleinere durch größere, leistungsstärkere Windräder ersetzt, ist auch für sie bei dieser Höhe Schluss. Einstimmig legte der Stadtentwicklungsausschuss diese Höhenbegrenzung fest, die aber nur für diesen Windpark gilt. Er ist damit neben der Spitzen Warte der einzige mit einer solchen Festsetzung.

Beantragt hatte die Höhenbegrenzung die CDU-Ortsunion Altenrüthen. „Wir haben die Sorge, dass es die Technik irgendwann ermöglicht, immer höher zu bauen. Da wollen wir den Fuß in der Tür haben“, begründete deren Vorsitzender Hartmut Modes die Initiative. „Wir wollen nicht mehr so untätig sein müssen, wie es bisher den Anschein hatte.“

„Aus Sicht der Verwaltung ist der Antrag nachvollziehbar und eine entsprechende Planvorgabe erscheint sinnvoll“, hieß es in der Vorlage für den Ausschuss. Darin verweist Joachim Heidrich zudem auf einen landschaftgestalterischen Aspekt: Größere Anlagen würden nicht nur die Zumutbarkeit für die Anwohner überschreiten, sondern es würde eine inhomogene Silhouette nunmehr bestehender kleinerer und mittlerer sowie denkbarer noch größerer Anlagen entstehen.

Keine Generallösung

Allerdings wird die Maximalhöhe nicht in den Flächennutzungsplan aufgenommen, wie es beantragt war. Eine Regelung mit diesem Planungsinstrument müsste das gesamte Stadtgebiet umfassen, was zu erheblichen Problemen führen könnte. Heidrich erinnerte in diesem Zusammenhang an den Windpark Meiste. Dort wurde das gemeindliche Einvernehmen für 200 Meter hohe Anlagen erteilt. Das Vorhaben befindet sich im laufenden Verfahren. „An dieser Stelle würde die nachträgliche Begrenzung nicht ohne Entschädigungsforderungen umzusetzen sein“, warnte Joachim Heidrich. Also lautete der Verwaltungsvorschlag, das zielgerichtetere Instrument eines einfachen Bebauungsplanes zu wählen. Dieses Verfahren leitete der Ausschuss jetzt ein.

Nächstes Repowering steht an

Unberührt davon bleibt eine zweite anstehende Repoweringmaßnahme, da die Gesamthöhe dieser Windkraftanlage nur bei rund 134 Metern liegen soll. Das bereits errichtete, bis zur Rotorspitze rund 150 Meter hohe Windrad zeige, „dass eine Höhenregelung städtebaulich sinnvoll ist, da ansonsten ein vertretbarer Maßstab zu den angrenzenden Dorfsilhouetten von Altenrüthen und Drewer verloren ginge“, heißt es in den Planungszielen. Der Abstand der Windvorrangzone zur Wohnbebauung beträgt sowohl nach Altenrüthen wie Drewer 750 Meter. „Anlagen über 150 Meter führen hier zu einer nicht akzeptablen Beeinträchtigung der Wohnnutzung“, so Joachim Heidrich, der die „bedrückende Wirkung“ der Höhe als Grund dafür anführt. Aber auch die drei bewohnten Höfe in Abständen von 230, 260 und 350 Metern zur Vorrangzone werden nicht aus den Augen verloren. Laut aktueller Rechtsprechung, dürfen Windräder nicht näher an der Wohnnutzung liegen, als das Zweifache ihrer Gesamthöhe. Die Windräder müssen also umso niedriger sein, je näher sie an Wohnnutzungen heranrücken.

Zweifel an Wirtschaftlichkeit

Nicht weiter verfolgt wurde bei der Sitzung ein „Denkanstoß“ Bürgermeister Weikens, eine Höhenbegrenzung per Bebauungsplan auch für den Windpark Drewer-Nord zu verankern. „Bei Drewer auf der Haar stört es keinen, wie hoch die Windkraftanlagen sind“, meinte Herbert Oel (BG). Dem Landschaftsbild seien höhere Anlagen eher zuträglich als (zu) niedrige. Ähnlich sah es Theo Kulke (CDU) und untermauerte dies mit einem Beispiel. Die Anlagen auf Warsteiner Seite, wo die Höhe auf 100 Meter begrenzt ist, nannte er „Rasenkratzer“. Außerdem sei deren Wirtschaftlichkeit kaum gegeben. „Die laufen alle am Existenzminimum“, so Kulke.

Armin Obalski - derwesten.de


Höhe von Windrädern beschränken

Die erste Repoweringmaßnahme in der Windvorrangzone Altenrüthen ist durchgeführt und der neue 135 Meter hohe Mast überragt gut sichtbar alle älteren Exemplare. Dies war möglich, weil in dieser Vorrangzone keine Höhenbeschränkung für Windkraftanlagen vorgesehen ist. Dies möchte die CDU-Ortsunion Altenrüthen nun ändern: Sie beantragt, eine Höhenbegrenzung einzuführen, die sich an der jetzt errichteten Anlage mit einer Gesamthöhe von 150 Metern orientiert – weil nicht abzuschätzen sei, wie sich Windräder späterer Generationen dereinst entwickeln werden. Es könnten derzeit Anlagen mit 200 Meter Höhe und mehr beantragt werden, insbesondere wenn zurzeit bestehende Wohnrechte aufgegeben würden. Zudem beantragt die Ortsunion, bei künftigen Anträgen auf Repowering den Bürgern Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Der Antrag wird Thema der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 23. Januar, um 17.30 Uhr im Rathaus.

Quelle: derpatriot.de


Gegnern von Windrad bleibt nur Klage



Rüthen/Altenrüthen. Auf der Baustelle für die Großwindkraftanlage bei Altenrüthen herrscht gerade Flaute. Die Empörung von Anliegern des nächst gelegenen Wohngebietes hat dagegen Sturmstärke erreicht. Dies bekamen die Stadtvertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstag zu spüren. Dabei nutzten die Gegner des neuen Windrades die Einwohnerfragestunde, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Entrüstet sind sie, dass ein 150 Meter hohes Windrad gebaut werden darf und es keine Information der Bürgerschaft gab.

Jeder hat Anteil an Situation

Wohl jeder hat seinen Anteil daran, dass es zu der emotional aufgeladenen Situation kommen konnte, die dazu führte, dass sich Ratsherr Hartmut Modes (CDU) wie „auf der Anklagebank“ fühlte. Er war als einer von zwei Stadtvertretern aus Altenrüthen bei der Sitzung anwesend und wurde vor allem von Windrad-Gegner Volker Dumschat hart angegangen.

Die Politik hat es vor über 20 Jahren versäumt, Höhenbegrenzungen für Windräder in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Ein von der Verwaltung vorgeschlagenes Auslaufen der Vorrangzone Altenrüthen-Drewer lehnte sie 2012 ab. Die Verwaltung – wobei hier wie da die Protagonisten längst andere sind – wiederum hat es versäumt, eine Änderung herbeizuführen. Die betroffenen Altenrüthener wiederum haben sich darauf verlassen, dass eine 1996 getroffene Vereinbarung Rechtskraft erhalten hat. Schon damals war hart um mögliche Bereiche für Windkraftanlagen gerungen worden. „Damals hatten wir uns geeinigt auf das als Maximum, was da jetzt steht“, erklärte Dumschat. Das waren 90 Meter Höhe für Windkraftanlagen und 48 Meter Rotordurchmesser, wie Alfons Schrage ergänzte. Standorte hätten gemeinschaftlich festgelegt werden sollen. Bei jeder Änderung sei vereinbart worden, sich zusammenzusetzen. Nichts dergleichen sei passiert. Stattdessen: „Man hat uns außen vor gelassen.“

Diesen Vorwurf richteten die Sprecher, darunter auch Hans-Josef Wessel, an die Verwaltung, aber vor allem an die Politiker im (vor) Ort. Nichtwissen und Arroganz warfen sie ihnen vor, so dass selbst SPD-Fraktionschef Johannes Erling sich genötigt sah, Hartmut Modes zur Seite zu springen. „Froh, die Sachlage kennenzulernen“ zeigte sich Erling. „Ich als Fraktionsvorsitzender wusste davon auch nichts.“ Nicht einverstanden aber war er, dass ein Ratsmitglied vorgeführt werde.

„Nicht optimal gelaufen“ – diese Zusammenfassung durch CDU-Fraktionsvorsitzenden Antonius Krane traf wohl die Empfindungen aller Politiker, auch wenn Bürgermeister Peter Weiken darauf pochte, die Fehler seien schon im Flächennutzungsplan vor über 20 Jahren gemacht worden. Die Entscheidung über solche Bauanträge fälle alleine der Kreis Soest. Gleichwohl, räumte er ein, „wenn Informationen gewünscht sind, ist das richtig und nachvollziehbar“. Man werde die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, um sich diesbezüglich Gedanken zu machen, versprach er.

Den Betroffenen in Altenrüthen wird dies nicht mehr helfen. Nur dies: Laut Hans-Josef Wessel sind sie durch den Kreis als am Verfahren Beteiligte anerkannt worden, was ihnen den Klageweg öffnet.

Kran defekt

Dass die Baustelle bei Altenrüthen derzeit ruht, begründet Willi Bange, Bauherr aus Scharfenberg, auf WP-Anfrage mit einem defekten Kran. Dieser werde gerade repariert, dann gehe es weiter.


Quelle: Armin Obalski - derwesten.de

 


1059 Hektar Potenzial für Windradbau

Rüthen.
Von Grund auf neu analysiert wird, welche Flächen im Stadtgebiet für die Nutzung von Windenergie geeignet sind und welche dafür auch verwendet werden sollen. Im Windkonzept 2012 wird dies schlüssig und nachprüfbar festgelegt. So fordert es die Bezirksregierung.

Vor knapp eineinhalb Jahren erst hatte der Stadtentwick-lungsausschuss das Windkonzept Rüthen 2010 beschlossen. Doch inzwischen wurde das Baugesetzbuch geändert und die Landesregierung – inzwischen von schwarz-gelb zu rot-grün gewechselt – verabschiedete einen neuen Windenergieerlass. Und darin wird ein gemeindeweites Plankonzept gefordert und keine häppchenweise Analyse, die zuvor schon Ausschlusskriterien festlegt. So wurden im vorherigen Konzept die nördlichen Bereiche des Stadtgebietes pauschal wegen des Vogelschutzes, die südlichen wegen des Naturparks Arnsberger Wald ausgeklammert.

„Die Festlegungen für das Windkonzept 2010 entsprachen nicht ganz dem, was sich die Bezirksregierung unter hinreichenden Prüfkriterien vorstellt“, machte Stadtplaner Joachim Heidrich am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss deutlich und sprach vom „Eindruck eines Gefälligkeitsgutachtens“ in Arnsberg.

Der Ausschuss wurde in seiner Gesamtheit erstmals erneut mit dem Thema Windkonzept befasst, doch war zuvor umfangreiche Vorarbeit geleistet worden. Diese erledigte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Büro für Landschaftsplanung des Hirschbergers Bertram Mestermann unter Mitwirkung der Fraktionsmitglieder Annette Herbst-Köller (BG), Theo Kulke (CDU), Bernd Cordes (SPD) und Werner Kroll (FDP). Das Planungsbüro habe man beauftragt, damit man sich gegenüber der Bezirksregierung „nicht in Widersprüchen verheddert“, so Heidrich. Außerdem erstellte es exaktes kartographisches Material als Datenbasis.

Die so genannte Suchraumfindung, also das Ermitteln von Bereichen, in denen Windkraftanlagen möglich wären, ist in drei Phasen unterteilt. In der ersten geht es alleine um „harte Fakten“, wie Joachim Heidrich unumstößliche Ausschlusskriterien wie Siedlungsflächen, FFH- und Naturschutzgebiete zusammenfasste. An diesen führt für die Windkraft kein Weg vorbei. Trotzdem beklagte Herbert Oel (BG) das Ausweisen der Hellweg-Börde als FFH-Gebiet: „Das ist das Top-Windgebiet. Dort würde die Windkrafterzeugung am wenigsten stören und am meisten bringen.“ Auf die von Oel angebotene Wette, dass dort in absehbarer Zeit auch Windräder gebaut würden, wollte sich Heidrich aber nicht einlassen.

Die Phasen 2 und 3 dagegen umfassen weichere Faktoren. Hier kommt politischer Entscheidungsspielraum im Rahmen der kommunalen Planungshoheit zum Zug. Darin können subjektive Entscheidungen einfließen, wie über die Frage, ob Windkraftanlagen auch im Wald zugelassen werden sollen. In der Grundlagenerhebung für das Windkonzept 2012 wird vorgeschlagen, die Waldflächen außen vor zu lassen. Dafür wird eine ganze Reihe von Gründen ins Feld geführt. „Fakt ist, dass es in Rüthen auch unter den verschiedensten Szenarien (neue) geeignete Flächen außerhalb des Waldes gibt“, heißt es unter anderem.

Übrig bleiben bei diesem Vorgehen nach dem Ausschlussverfahren 6,7 Prozent des Stadtgebietes (= 1059 Hektar) mit einer geringeren Konfliktdichte. Diese Fläche lasse sich in 20 vorläufige Suchräume unterteilen. Eine Rangfolge daraus zu ermitteln und besser bzw. schlechter geeignete Flächen festzulegen, ist Aufgabe der Politik. „Sie sind gefordert auf einer Basis zu entscheiden, die zunächst das ganze Stadtgebiet gleichrangig betrachtet“, gab ihr Mestermann mit auf den Weg.

Der Stadtentwicklungsausschuss delegierte die Auswahl an zunächst die bewährten Vertreter aus den Fraktionen. „In sechs bis acht Wochen müssten wir den Rahmenplan als Rüthener Marschrichtung hintereinander haben“, legte Heidrich eine Zeitschiene fest. Anschließend kann das Konzept beschlossen werden.

Seit Januar schon steht das Windrad beim Schloss Körtlinghausen still. Das liegt nicht am fehlenden Wind, ganz im Gegenteil. Laut Gyso von Bonin verursachte das Sturmtief Andrea im Januar „einen Riss im Königsbolzen“, einem zentralen Bauteil am Rotor. Mitte März werde daher mit einem Spezialkran das komplette Kopfelement des Windrades abgenommen. Von Bonin rechnet mit Kosten für die Reparatur in Höhe von 100 000 Euro. In den vergangenen 15 Jahren seit Inbetriebnahme hat das Windrad rund zehn Millionen Kilowattstunden Strom produziert.

Quelle: Armin Obalski - derwesten.de


Windrad im Stadtrat


RÜTHEN - Mit Vorwürfen und Anschuldigungen griffen Bürger aus Altenrüthen am Donnerstagabend in der Stadtvertretersitzung Rat und Verwaltung an. Die geplante Windanlage mit 113 Meter Nabenhöhe legte in der Einwohnerfragestunde Emotionen frei. Nach einstündiger Diskussion waren zwei Dinge etwas klarer: Die Kommunikation ist im Vorfeld schlecht gelaufen und die Stadt will Möglichkeiten sondieren, ob und wie sie die Höhe künftiger Windräder wird begrenzen können.

Bis es so weit war, prasselten harte Worte auf die Anwesenden ein. Wortführer Volker Dumschat griff besonders den CDU-Stadtvertreter Hartmut Modes an, der ebenfalls in Altenrüthen wohnt. Das Hauptargument: Als 1996 die Vorrangzone für Windenergieanlagen zwischen Drewer und Altenrüthen geschaffen wurde, habe man den Anwohnern versichert, dass man sich bei Veränderungen erneut zusammensetzen würde. Der Hinweis „‚ich war damals nicht im Rat‘ ist keine Entschuldigung“, so Dumschat, als Stadtvertreter habe man sich sachkundig zu machen.

Modes blieb bewundernswert ruhig - als Polizeibeamter ist er mit Deeskalation vertraut - und erklärte, dass ihm keinerlei Vereinbarungen zur Kenntnis gegeben worden seien und heute niemand mehr im Rat sei, der damals eine Vereinbarung unterschrieben habe. Mitunterzeichner, stellte Alfons Schrage klar, sei der damalige Fachbereichsleiter Hartmut Lüdeling gewesen (dieser ist seit vielen Jahren nicht mehr in Rüthen und seine Position wurde nach Weggang seines Nachfolgers nicht wieder besetzt).

SPD-Fraktionssprecher Johannes Erling sprang ihm zur Seite: Es sei nicht gut, einen Stadtvertreter derartig auf die Anklagebank zu setzen. Er, Erling, habe auch von dem Bauprojekt nichts gewusst und damit auch nicht seine Fraktion, die ebenfalls ein Mitglied aus Altenrüthen hat.

„Die Informationspolitik ist nicht optimal gelaufen“, räumte CDU-Fraktionssprecher Antonius Krane ein. Aber: Das Land wünsche keine Höhenbeschränkungen - und neue Windgebiete seien schwierig auszuweisen.

Nicht zum ersten Mal verdeutlichte Bürgermeister Peter Weiken, dass die Fehler vor 17 Jahren gemacht worden seien, als der Flächennutzungsplan erstellt wurde. Nun könne die Stadt nur grob prüfen und das gemeindliche Einvernehmen nicht versagen. Beim aktuellen Bauvorhaben habe es keine neuen Fakten gegeben und Genehmigungsbehörde ist der Kreis.

Schrage forderte, Möglichkeiten zu schaffen, den Höhenwachstum der Windräder zu begrenzen, was die Stadt nun auch checken möchte. Bald seien ohnehin alle möglichen Plätze besetzt: Ein Antrag für den Mönkerberg liege vor, sechs 199-Meter-Windräder entstehen bei Meiste und die Bürgerenergieanlagen bei Heddinghausen stehen noch an, „dann sind wir durch“, so der Bürgermeister. 

Quelle: derpatriot.de - Lüke


Energieriese misst 113 Meter


Investor Willi Bange vor der Fundament der Windkraftanlage 

ALTENRÜTHEN - Ein neues, gewaltiges Windrad entsteht in diesen Tagen in Altenrüthen. Zwar wird der 113,5 Meter hohe Turm neu errichtet, aber dennoch ist es formal kein Neubau: „Repowering“ heißt das Zauberwort, wenn eine alte Energieanlage mit geringerem Wirkungsgrad dafür abgebaut wird.

Sechs Betreiber erzeugen auf dem Areal am Johanneseichenweg Strom aus Wind. Einer von ihnen ist Willi Bange aus Scharfenberg. Er konnte den Pachtvertrag der Flächen mit den Eigentümern verändern, so dass der Neubau überhaupt erst möglich wurde. Dass der Schritt wirtschaftlich ist, liegt für ihn auf der Hand: 2,3 Megawatt wird die neue Anlage liefern - voraussichtlich noch im Dezember.

Die alte Anlage gehörte im Jahr ihrer Entstehung 1996 zu den größten Exemplaren, die hierzulande aufgestellt wurden. 500 Kilowatt Strom liefert sie, aber nicht mehr lange: In der kommenden Woche werden die Rotoren abgebaut, der Generator demontiert und der 64 Meter hohe Mast wahrscheinlich verschrottet. Als wäre es ein Gebrauchtwagen werden Propeller und Aggregat beim Hersteller Enercon in Zahlung gegeben. Überhaupt singt Bange ein Loblied auf den Hersteller. Seine Windrad-Technik sei teurer als andere, dafür sei das Risiko geringer: Bei einer Störung seien in wenigen Stunden Fachleute vor Ort, um einen Schaden zu beheben. Sollte die Anlage längere Zeit stillstehen, „dann bindet sich das die Firma ans Bein“. Das kostet: Neben der Bausumme in Höhe von 2,4 Millionen Euro kommt noch die Gebühr für den Service hinzu.

Der Aufwand ist enorm: Für Abtransport, Anlieferung und Montage wurde zwischen altem und neuem Windrad eine große Fläche geschottert. Auch der Wirtschaftsweg wurde verbreitert und enge Kurven für die Tieflader mit reichlich Splitt entschärft. Doch darum braucht sich der Bauherr nicht zu kümmern: Der Hersteller plant und liefert alles in einem Paket: Erdarbeiten, die aufwändige Stahlkonstruktion für das Fundament, die 370 Kubikmeter Beton, die heute kommen sollen, der Abbau der alten Anlage. „Wir mussten damals Sicherheiten bereitstellen, um das Fundament beseitigen zu können“, erläutert der Scharfenberger.

Gleichwohl ist die Windenergie für den Industriekaufmann eine sichere Bank. „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz endet 2014“, weiß er. Auch wenn die Einspeisevergütung jedes Jahr um 0,5 Cent pro Kilowattstunde sinkt, genießt er auf jeden Fall den Bestandsschutz. Und danach? „Wenn die Regierung wirkliches Interesse an der Energiewende hat, muss sie weiter fördern“, ist er überzeugt. Einen Konflikt mit dem Naturschutz sieht er nicht. Obwohl regelmäßig vor Ort, habe er noch nie einen toten Vogel gefunden, der von den Rotoren erwischt wurde. Zudem laufe die neue Anlage deutlich langsamer und gleichzeitig auch leiser.

Wann der Tag sein wird, an dem alle Investitionen getilgt sind und mit der Stromerzeugung Geld verdient wird, steht in den Sternen. Denn das hängt vom Wetter ab. „Die Prognose ist schwer. In manchen Jahren weht viel Wind, in manchen wenig“, weiß er. Warum nicht viel mehr Investoren auf Windräder setzen, liege an den knappen Flächen. Wo Platz ist, genügend Wind weht und keine Naturschutzbelange vorherrschen (vom großen Abstand zur Wohnbebauung ganz zu schweigen), dort stehen schon die riesigen Spargel, wie die Windräder genannt werden - oder sie sind wie in Meiste und in Heddinghausen in Planung. Erst wenn die letzte freie Fläche bebaut ist, können ökologisch geringwertige Areale im Nutzwald ausgewiesen werden - ein Weg, dem die Rüthener Stadtvertretung schon vor Jahren eine deutliche Absage erteilt hat.

Quelle: derpatriot.de


Leserbriefe

Windrad-Riese ein massiver Eingriff

Der Leser hat das Wort

Bezug: Artikel „Energieriese misst 113 Meter“ vom 17. September

Wie aus heiterem Himmel erfuhren erst kürzlich auf Nachfragen, angeregt durch einen regen Baustellenverkehr auf dafür völlig ungeeigneten landwirtschaftlichen Wegen, aufmerksam gewordene Altenrüthener, dass in ihrer Feldflur im Rahmen eines „Repowering-Projektes“ eine neue Windkraftanlage in einer für den hiesigen Raum außergewöhnlichen Größe errichtet werden soll.

Die Gesamthöhe der Windkraftanlage von ca. 150 Metern stellt einen massiven negativen Eingriff in eine gewachsene Kulturlandschaft dar. Das ohnehin schon durch diverse Wirtschaftsgebäude und bestehende Windkraftanlagen in Mitleidenschaft gezogene Landschaftsbild wird einer zusätzlichen Zerstörung preisgegeben.

Das „Repowering-Projekt“ befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Landschaftsschutzgebietes, so dass Zweifel hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit Zielen des Naturschutzes bzw. der FFH-Richtlinien bestehen.

Die geplante Höhe der Anlage lässt vermuten, dass die Anlieger des Steinkerfeldes, des Rittergrabens, des Rundwegs und weiterer Wohnsiedlungsstraßen in Altenrüthen und auch Drewer dauerhaft durch „Disco-Effekte“ belästigt werden, die eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten.

Zu erwarten ist, dass künftig auch andere WKA-Betreiber der genannten Vorrangzone Altanlagen durch neue ersetzen, die in ihren Ausmaßen den derzeitigen Bestand deutlich überschreiten, was multiplikative Effekte nach sich ziehen wird. Eine fehlende Höhenbegrenzung im Flächennutzungsplan kann angesichts der technischen Entwicklungen auf dem WKA-Sektor auch zu Anlagen führen, deren Dimensionen die des „Repowering-Objekts“ überschreiten.

Die Genehmigung des angesprochenen Projektes ist insofern auch äußerst kritisch zu sehen, als die Stadt Rüthen hinreichend Flächen zur Errichtung von Windkraftanlagen mit weniger negativen Auswirkungen für Menschen, Landschaft und Natur bereitzustellen beabsichtigt. Offen bleibt die Frage, warum in Eile eine Anlage errichtet wird, die offensichtlich nicht raum- und sozialverträglich ist.

Unsere Einwände richten sich nicht gegen den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen, wohl aber gegen solche Vorhaben, die die legitimen Interessen der sich unmittelbar betroffen fühlenden Bürger missachten. So hat auch die Stadt Rüthen ihre im Genehmigungsverfahren von 1997 den Anwohnern gemachte Zusagen vollkommen unbeachtet gelassen. Ebenso sind die im Windkonzept der Stadt aufgeführten Bedenken in keiner Weise berücksichtigt, geschweige denn gegenüber der Genehmigungsbehörde vertreten worden. Selbst die Hoffnung auf eine frühzeitige Information durch die Stadtvertreter ist enttäuscht worden. Die im Winderlass des Landes angemahnte Bürgerinformation ist nicht auf eine angemessene Art und Weise erfolgt. Auch eine stärkere Bürgerbeteiligung bei der Planung ist bisher nicht gegeben, vielleicht sogar nicht gewollt. Die Akzeptanz für diese Anlagen könnte durch deutlich umfassendere „bürgergerechte“ Informationen erhöht werden. Die bestehenden Möglichkeiten bürgerlicher Einflussnahme sind in ihrer expertenhaften Formalität eher abschreckend. Sicherlich wird das Genehmigungsverfahren hinsichtlich des Projektes gesetzeskonform ablaufen; bürgerfreundlich ist es bisher nicht geschehen. Aber wer spielt schon gern mit offenen Karten?

Hans-Josef Wessel

Alfons Schrage

Quelle: derpartiot.de