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2017 - Altenrüthen ist bereit für die Zukunft



Altenrüthen zeigt sich im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ bereit für seine weitere Entwicklung. Schwachstellen werden nicht ausgeklammert.

Altenrüthen hat eine lange Geschichte, aber dem Dorf steht auch ein große Zukunft bevor. Davon sind die Bürger überzeugt und diese Überzeugung stellten sie in den Mittelpunkt ihrer eineinhalbstündigen Präsentation für die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Eine „Zeitreise von Alt zu Jung, von Historischem zu Zukünftigen“ versprach Ortsvorsteher Claus Wiegelmann-Marx der Wertungskommission bei der Begrüßung. Und laut Vorsitzendem Rolf Meiberg am Ende des Rundgangs wurde Wort gehalten. Er sprach von einem „schönen Spannungsbogen, gespannt vom Bekenntnis zur Tradition bis in die Zukunft“. Pluspunkt: „Sie sind sich auch Ihrer Schwächen bewusst.“

Schwächen werden nicht ausgeklammert

Diese klammerten die Altenrüthener absichtlich nicht aus. So zeigten sie den Spielplatz an der Gemeindehalle, in dem nicht nur Meiberg Verbesserungspotenzial erkannte. Nicht verhehlten sie auch, dass noch viel Arbeit vor den Altenrüthenern – also möglichst allen – liegt, wenn das Projekt „Ein Dach für alle“ Realität werden soll. Dieses Dach soll die Gemeindehalle nach einem Umbau bieten und zwar für alle Vereine, aber auch Krabbelgruppen oder eine Übermittagbetreuung für Schüler.

Doch auch wenn aus dem Umbau nichts werden sollte, die Altenrüthener arbeiten an ihrem Zusammenhalt. „Es gibt ein Gemeinschaftsgefühl im Dorf und das wollen wir gerne aufgreifen“, sagte Christiane Schirk. Mit Sandra Reiter hatte sie eine Zukunftswerkstatt initiiert, bei der sich viele Teilnehmer Gedanken darüber machten, wie ihr Ort etwa familien- oder seniorenfreundlicher werden kann.

Wie eng Gegenwart und Geschichte verzahnt sind, wurde auf dem Kirchhof deutlich. Die Kniefälle, eine besondere Art des Kreuzweges, waren dort mit Hilfe von Kindern wieder begehbar gemacht worden, wie Charlotte Schulte-Steffens berichtete. Und Kinder sind es, die den uralten Brauch des Klesperns, das an den Kartagen das Geläut ersetzt, aufrecht erhalten.

Altes Haus voller Leben

„Unser Haus hat Zukunft“, unter diesen Titel stellte Karl-Friedrich Hillesheim seinen Vortrag über das Fachwerkhaus seiner Familie mit reichhaltigem alten Inventar, das bis heute von älteren wie jüngeren Familienmitgliedern mit Leben erfüllt wird. Getreu der Überzeugung „Wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart und kann die Zukunft gestalten“ bereichert er regelmäßig Heimatnachmittage mit seinen geschichtlichen Beiträgen.

Alt und Jung nutzen das Dorfgemeinschaftshaus, die ehemalige Kneipe. Getragen wird sie vom Verein der Dorfgemeinschaft, die mit ehrenamtlichen Kräften Mittel erwirtschaftet, um unter anderem ein Spielgerüst zu finanzieren, das an der Schützenhütte aufgestellt wird, wie Christian Müller berichtete.

Zwei Besonderheiten gab es für die Jury, wobei die Fahrt mit den Fahrzeugen des Munga-Clubs schon vor drei Jahren für Begeisterung gesorgt hatte. Dieses Mal ging es zum Trappenberg, dann zu Fuß durch den Wald. „Eine Wanderung hatten wir noch nie“, staunte Jutta Münstermann, Organisatorin des Wettbewerbes. Am Ziel konnte die Jury dann wieder Zukunft erleben: Kinder aus dem Kindergarten „Zwergenland“ bei ihren Waldtagen, die jährlich stattfinden, wie Erzieherin Tatjana Valaa erläuterte.

Quelle: Armin Obalski - derweilen.de



Sonderpreise für Altenrüthen



Hirschberg jubelt über den Sieg beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, Langenstraße-Heddinghausen freut sich über den 3. Platz. Aber auch Altenrüthen und Oestereiden bekamen Sonderpreise, weil sie die Kommission überzeugten. Hirschberg blickt bereits nach vorne.

Als der Namen „Störmede“ fiel, jubelten nicht vorrangig die Vertreter des Geseker Stadtteils, sondern vor allem eine Delegation aus dem Süden des Kreises: Hirschberg hat es geschafft, hat den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen.

In der Schützenhalle des Schützenvereins Mellrich-Waltringhausen waren Vertreter aller 34 Dörfer vertreten, um aus erster Hand zu erfahren, wie die Kommission, die an zehn Tagen alle Orte bereits hat, die Entwicklung bewertet hat. „Nicht das äußere Erscheinungsbild ist von Bedeutung“, betonte Rolf Meiberg als Kommissionsvorsitzender; es gehe mehr um den Lebenswert vor Ort, „das ist eher ein Wettbewerb nach innen.“ Und es habe sich gezeigt, dass in den Dörfern vieles selbst gemacht werde, was die Dorfgemeinschafts stärke – das gebe es in den Städten nicht. Und – unabhängig von der Platzierung: „Die Herausforderung Zukunft haben sie alle gemeistert!“ Vor allem dank des außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements, „das hat uns in Staunen versetzt“. Beispielhaft erwähnte Meiberg dabei das Engagement der Bürger Langenstraßes und Heddinghausens, die erst ihr Dorfgemeinschaftshaus, anschließend die Schützenhalle in Eigenleistung errichteten.

Zukunft ist da, wo Leben ist

Langenstraße-Heddinghausen sicherte sich den 3. Platz bei den "Kleinen".Foto: Manfred Böckmann
Meiberg: „Zukunft ist da, wo Leben ist. Wir haben 34 lebendige Dörfer erlebt. Unsere Dörfer haben Zukunft, da muss uns nicht bange sein.“ Nicht zuletzt dank der „größten Bürgerbewegung im Kreis Soest“, wie Landrätin Eva Irrgang den Kreiswettbewerb bezeichnete. Dieser sei „längst eine feste Größe“, betonte auch Mellrichs Ortsvorsteher Franz Grae-Budde.

Doch statt auf lange Reden (sowie Szenen aus dem Sternen-Musical des Spatzen- und Kinderchores der Musikschule Anröchte sowie der Swing Gang „light“) warteten die Dörfer mehr auf die Ergebnisse.

Oestereiden gewann Rang 4 und Sonderpreise.Foto: Manfred Böckmann
Unter den Dörfern wurden aus der Region Altenrüthen und Oestereiden mit 4. Plätzen ausgezeichnet. Altenrüthen erhielt zudem einen Sonderpreis (500 Euro) für beispielhafte Integration durch das Krabbelgruppen-Angebot insbesondere für Neubürger, Oestereiden (500 Euro) für viele generationsübergreifende Angebote und Aktivitäten. Beide Orte bekamen außerdem je 300 Euro für ihre nachahmenswerte Präsentation.

Rebbeke Sieger bei „Kleinen“
Über Platz 3 bei den kleinen Orten (unter 800 Einwohner) freut sich Langenstraße, der mit einem Preisgeld in Höhe von 1200 Euro verbunden ist. Dort gewann Kirchwelver (Welver) vor Mettinghausen-Niederdedinghausen-Rebbeke (Lippstadt).


Frisches Altenrüthener für die Komission




Auch die Altenrüthener nutzten ihre Chance beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, um sich und ihren Ort von der schönsten Seite zu zeigen. Am Mittwoch war die Bewertungskommission zu Gast. Einer der Höhepunkte war die Fahrt mit dem Munga.

Den Abschluss des Rundgangs ließen sich die Altenrüthener nicht nehmen. Selbstverständlich gab es für die Mitglieder der Kommission „Unser Dorf hat Zukunft“ ein frisch gezapftes dunkles Altenrüthener Bier. „Dann ist für uns jetzt schon mal 18 Uhr“, scherzte Rolf Meiberg als Vorsitzender der Gruppe.

Die Altenrüthener präsentierten ihr Dorf als liebenswert, eingebettet in die Natur, als „Tor zum Sauerland“, wie Ortsvorsteher Wiegelmann-Marx zur Begrüßung meinte – und anschließend beim Blick ins Möhnetal auch noch einmal ausdrücklich belegte.

510 Einwohner hat der Ort, der älteste wird bald 93 Jahre alt, der jüngste Nachwuchs ist gerade zwei Wochen jung. „Junge Menschen bleiben vor Ort, weil sie sich wohl fühlen“, erläuterte Wiegelmann-Marx und nutzte zusammen mit anderen Bewohnern wiederholt die Gelegenheit, zu zeigen, dass Altenrüthen lebenswert ist – und warum.

Da ist etwa die Schützenhütte, die gebaut wurde, nachdem die Schützen ihr Fest in der Gemeindehalle verlegt hatten. Längst finden dort viele Feiern statt, das Gebäude wurde schon erweitert.

Zum Breitensportverein gewandelt

Der Sportverein, erläuterte Hartmut Modes, habe sich vom Fußball- zum Breitensportverein gewandelt: „Vor acht Jahren fehlten im Fußball die Nachwuchsstars“. Stattdessen finden inzwischen viele Kurse in der Gemeindehalle statt (Modes: „Wir waren einer der ersten bei Zumba“). Der „steinige Weg“ habe sich gelohnt, man habe jetzt 20 Prozent mehr Mitglieder, sei „Bindeglied zwischen den Generationen und Teil der dörflichen Struktur“.

Dazu gehörten auch die Windräder; 1996 sei der Windpark ausgewiesen worden, dozierte Julia Wiegelmann-Marx, mit 3 MW Leistung könnten 1500 Haushalte versorgt werden. Inzwischen sei die erste Anlage modernisiert worden. Und auch die Photovoltaik-Anlagen könnten 75 Prozent des dörfliche Strombedarfs liefern.

Peter Eigemeier informierte nicht nur über den Munga-Club („wir sind deutschlandweit bekannt“), sondern ließ die Kommission auch einsteigen – mit den alten Militärfahrzeugen ging es zum Osterfeuerplatz, wo der Kindergarten zeigte, dass er zu Recht „Haus der kleinen Forscher“ genannt wird.

Nach einer Stippvisite an der Gemeindehalle, die mit vielen Stunden Eigenleistung lärmschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht worden war, stellte sich auf dem Hof Schirk nicht nur die Krabbelgruppe, sondern zugleich auch ein Haus mit vier Generationen vor.

Der Abschluss fand (nach einem Besuch im Probenraum des Instrumentalvereins „Harmonie“) an der „Braustube“ statt, wo die Altenrüthener betonten, wie froh sie seien, dass das Gebäude in der Dorfmitte nicht mehr leer stehe – und so sogar der Kommunikationsmittelpunkt zurückgekehrt sei.

Manfred Böckmann - derwesten.de