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Altenrüthen mit derzeit 488 Einwohnern liegt 2 Kilometer westlich von Rüthen im Kreis Soest. Bis Rüthen die Stadtrechte erhielt nannte sich das heutige Altenrüthen noch „Routhino“. Im Jahre 1200 gab es dann diesen Namen an die Stadt Rüthen ab. Die Geschichte des Ortes ist geprägt durch die Kirchengemeinde „St. Gervasius und Protasius“.

In der Zeit der Karolinger gehörte die Pfarrei zu den 14 Stammpfarreien, welche die Missionierung in Südwestfalen vorantreiben sollten. Die beiden Patronen der Kirche, zwei römische Soldaten, waren Märtyrer und wurden heilig gesprochen. Auch das deutet auf die lange Geschichte der Pfarrei hin. An sie angeschlossen waren Vikarien in mehreren umliegenden Orten. In seiner wechselhaften Geschichte hatte Altenrüthen zahlreiche „Drangsalen“ zu erdulden. So vermerkten es die Chronisten z.B. in der Zeit des siebenjährigen Krieges (1756 - 1763). Allerdings markiert dieses Ereignis nur den Höhepunkt einer Reihe von Plünderungen und Brandschatzungen. Besonders in der Zeit der Soester Fehde (1444 - 1449), der Truchseßischen Wirren (1583 - 1584) und vor allem während des 30 jährigen Krieges (1618 – 1648) hatten Ort, Kirche und die damals dort ansässige Kunstschule schwer zu leiden. 

Heute spielt die Tradition in Altenrüthen eine wesentliche Rolle. So ist hier der Schützenverein zu nennen, der mit seinen Festen und Ritualen auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Ein genaues Gründungsdatum ist den Geschichtsschreibern nicht bekannt, allerdings ist nachgewiesen, dass das Schützenwesen in Altenrüthen bereits seit über 500 Jahren Bestand hat. 

Ein seit dem 18. Jahrhundert leider nicht mehr praktizierter Brauch ist die Pfingstprozession. Erwähnenswert bleibt sie allerdings wegen ihres kuriosen und immer noch etwas im Dunkeln liegenden Endes. Ihre Wurzeln liegen in der germanischen Zeit. Nach der Christianisierung ging der ehemals heidnische Brauch als Pfingstprozession in die christliche Tradition über. So zog die Gemeinde am Pfingsttag unter anderem über die Pfarreien Drewer, Menzel und Meiste in weitem Bogen um den Ort. Die Chronisten allerdings schreiben insgesamt über den wenig meditativen Charakter des Ereignisses, und berichten davon, dass sich die Missbräuche während der Prozession häuften. Über die Art der Missbräuche ist jedoch selbstverständlich nichts überliefert. 

Fest steht allerdings, dass sich Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln im Jahre 1658 dazu veranlasst sah, die Prozessionsstrecke wesentlich zu reformieren und zu kürzen. Seit dem 18. Jahrhundert wird der Brauch nicht mehr praktiziert. Ein Schelm wer Schlechtes darüber denkt.